Ameisen retten verletzte Kolleginnen aus dem Termitenbau

Ameise trägt eine Ameise

Eine Ameise rettet eine Kollegin

Die südlich der Sahara vorkommenden Ameisen (Megaponera analis) haben sich eine gefährliche Beute ausgesucht. Bei den Angriffen auf Termiten (Macrotermitinae) werden immer wieder Artgenossen verletzt oder auch getötet. Dass verletzte Kolleginnen gerettet werden, hätte man von einer Ameise aber kaum erwartet.

Im ganzen Tierreich, ob bei Säugetieren oder auch Insekten, kann man helfendes Verhalten beobachten. In allen Fällen geschieht dies aus einem bestimmten Grund. Ob dies nun Mitleid oder das Überleben des eigenen Volkes ist. Weshalb die afrikanische Ameise die gefährliche Rettung auf sich nimmt, war zu Beginn der Forschung unbekannt.

Die Ameisenforscher um Erik Thomas Frank untersuchten zuerst das Jagdverhalten der Ameisen. Wenn eine Späherameise eine Gruppe Termiten an ihrem Fressplatz entdeckt hat, kehrt sie zum Nest zurück und organisiert einen Überfall. Dazu rekrutiert sie 200 bis 500 Kolleginnen und marschiert los. Während dem Überfall gibt es eine Arbeitsteilung bei den Ameisen. Grössere Tiere reissen Löcher in die schützende Erdabdeckung. Sofort schlüpfen kleinere Ameisen in diese Öffnungen, töten ihre Beute und ziehen sie nach draussen.

Gefährliche Angriffe

Die Termiten geben sich jedoch nicht so einfach geschlagen und haben über die Zeit Abwehrstrategien entwickelt. Ihre stärkste Waffe sind Termiten aus der Soldatenkaste mit einem verstärkten Kopf und grossen Mandibeln. Diese Soldaten verletzen viele der angreifenden Ameisen. Nur durch das beherzte Eingreifen von Kolleginnen werden sie gerettet.

Bei uns Menschen ist das Einfühlungsvermögen in andere Personen die wichtigste Motivation für helfendes Verhalten. Dies kann man bei den Ameisen ausschliessen. Wenn sie in Not sind, senden sie Duftstoffe aus, welche bei ihren Kolleginnen das Rettungsverhalten auslösen. Durch das Retten von verletzen Ameisen bleibt die Koloniegrösse bei Megaponera analis um etwa ein Drittel grösser, als wenn man die Kolleginnen einfach zurücklassen würde. Helfen geht also auch ohne Mitgefühl.

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