Der gefrorene Frosch – im Eis durch den Winter

Waldfrosch

Ein entspannter Waldfrosch. Foto: Brad Carlson, Flickr

Der Nordamerikanische Waldfrosch (Rana sylvatica) kann mehrere Wochen im Eis eingefroren überleben. Dabei setzen Atem, Herzschlag, Energiestoffwechsel und viele andere Prozesse beinahe ganz aus. Zudem haben sie keinerlei Hirnfunktion mehr. Wir Menschen wären schon längst tot.

Dieses Kunststück hat dem Waldfrosch auch den Namen Eisfrosch eingebracht. Um die Vorgänge im Froschkörper zu untersuchen, legten Jon Costanzo und sein Team von der Miami University verschiedene Waldfrösche ins Gefrierfach. Die Frösche aus Ohio mussten sie schon bei -4 C° aus der Kälte retten. Jene aus Alaska hatten jedoch auch mit -16 C° kein Problem und konnten bis zu zwei Monaten im gefrorenen Stadium überleben. Dabei froren etwa zwei Drittel der Körperflüssigkeit ein. Bei einem höheren Wert könnte auch der Waldfrosch nicht überleben.

Wie überlebt der Frosch im Eis?

Würden die Forscher ein paar Menschen ins Eisfach legen, würden wir sehr schnell den Löffel abgeben. Damit dies dem Waldfrosch nicht passiert, pumpt er Zucker und Harnstoff in die Lebenswichtigen Organe und Körperteile. Diese Kombination wirkt wie ein Frostschutzmittel auf die Amphibien. Am meisten Zucker wurde in der Leber festgestellt und ein bisschen weniger in Herz und Hirn. Da die Muskeln in gefrorenem Zustand nicht so wichtig sind, wurde dort auch viel weniger Harnstoff und Zucker nachgewiesen.

Die Original-Studie kann man hier nachlesen.

 

 

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