Die Freundschaft von Kaninchen und Spinnen in Neuseeland

Rotrückenspinne an der Wand

Rotrückenspinne an der Wand

Eigentlich sind das europäische Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) und die Rotrückenspinne (Latrodectus hasselti) nicht in Neuseeland zu Hause. Eigentlich. Denn die Menschen hatten die schlechte Idee diese beiden Tiere auf den Inselstaat zu bringen.

Die Geschichte der Menschheit ist auch immer eine Geschichte von Tieren und Pflanzen, die absichtlich oder per Zufall in die weite Welt verschleppt werden. Die Kaninchen kommen ursprünglich aus Portugal und Spanien. Etwa um 1830 wurden die Tiere für Nahrung und für die Sportjagd nach Neuseeland exportiert. Den Hasen hat es dort so gut gefallen, dass die erste Hasenplage schon um 1870 dokumentiert wurde. Die Rotrückenspinne ist in Australien heimisch. Bei ihr darf man davon ausgehen, dass sie nicht absichtlich nach Neuseeland gebracht wurde.

Eine Freundschaft entsteht

Wenn ortsfremde Tiere aufeinandertreffen, kann man die Folgen nie ganz abschätzen. Dass dabei eine Freundschaft zwischen Spinnen und Kaninchen entstand, konnte erst von Jackie Spencer und ihrem Team aufgezeigt werden. Dabei geht es natürlich nicht um eine Freundschaft, wo man beim Sonnenuntergang noch ein Bier nimmt. Bei dieser Verbindung helfen die Kaninchen den Spinnen sich zu vermehren, ohne es zu wissen. Verlassene Kaninchenbauten sind perfekte Habitate für die Rotrückenspinne. Dort können sie in Ruhe ihr Netz aufspannen und auf Beute warten.

Doch diese Freundschaft hat nicht nur Vorteile. Einer der Leidtragenden von der Verbreitung der Spinne ist ein Blatthornkäfer (Cromwell Chafer Beetle, Prodontria lewisi), der nur in einem kleinen Gebiet auf Neuseeland vorkommt. Er bleibt in den Netzen der Spinnen hängen und wird von diesen genüsslich gefressen. Da dieser Käfer vom Aussterben bedroht ist, will man gegen die Invasion der Spinnen vorgehen. Zum Glück haben die Forscher eine einfache Lösung zum Problem gefunden. Wenn man die alten Kaninchenlöcher mit Erde auffüllt, verschwinden die Spinnen von selbst aus diesem Gebiet.

Die Spinne ist nicht der einzige Feind

Mit dem Zuschütten der Kaninchenbauten ist der Käfer aber noch lange nicht gerettet. Denn die Menschen haben noch andere Tiere nach Neuseeland gebracht, die dem Krabbeltier zusetzen. So hat auch der europäische Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) den Blatthornkäfer auf seinem Speiseplan. Und die importierten Vogelarten Amsel (Turdus merula), Singdrossel (Turdus philomelos) und Steinkauz (Athene noctua) haben auch nicht gegen einen kleinen Imbiss in Form eines saftigen Käfers.

Foto von Steinkauz

Steinkauz-Foto von Paul Codling / Unsplash

 

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