Elefanten hören auch mit den Füssen

Elefanteherde auf Wanderung

Foto von Simon Greenwood / Unsplash

Während die Menschen sich vor allem auf die Ohren verlassen, hören die Elefanten (Elephantidae) auch mit den Füssen. Damit können sie über unglaubliche Distanzen kommunizieren.

Eine Gruppe Elefanten steht an einem Wasserloch und löscht gemütlich ihren Durst. Plötzlich erstarren alle Tiere auf einen Schlag, legen die Ohren eng an den Kopf und verlagern das Gewicht auf die Vorderfüsse. Die Forscherin Caitlin O’Connell-Rodwell hat soeben über im Boden vergrabene Magnetspulen einen aufgenommenen Elefantenruf an die Gruppe geschickt.

Doch wie funktioniert diese Kommunikation? Und warum nehmen wir Menschen diese Bodenanrufe kaum wahr?

Beim Singen kommen wir auf einen Frequenzbereich von 70 – 1200 Hertz. Der tiefste Ton eines trainierten Bassisten liegt bei etwa 45 Hz und eine Sopranistin kommt auf eine Frequenzhöhe von 2000 Hz. Den Elefanten kostet diese Leistung bloss ein müdes Lächeln. Mit ihrem trompeten, grollen und brummen erreichen sie ein Spektrum von 5 – 9000 Hz, was über 10 Oktaven entspricht. Die Töne im tiefsten Bereich von 5 – 20 Hz sind für uns Menschen praktisch nicht mehr hörbar. Auch wenn die Elefanten direkt neben uns stehen und einen Laut mit über 90 Dezibel von sich geben. Diese Lautstärke entspricht einem vorbeifahrenden Lastwagen.

Die tiefen Rumble-Töne breiten sich jedoch nicht nur über die Luft, sondern auch über den Boden aus. Dies hat den Vorteil, dass die Reichweite der Bodenübertragung um einiges höher ist und der Informationsgehalt länger erhalten bleibt. Während jegliche Schallwellen in der Luft nach 10 Kilometern absorbiert werden, werden seismische Informationen viel weiter getragen. Dies wäre auch eine mögliche Erklärung für ein Phänomen im Etosha-Park. Wenn es im 160 Kilometer entfernten Angola regnet, machen sich die Elefanten auf der Suche nach Wasser Richtung Norden auf den Weg.

Das Ohr am Fuss

Das Ohr am Fuss funktioniert natürlich ein wenig anders, als das Ohr am Kopf. Die Forscher unterscheiden dabei zwei Arten. Bei der einen Art nehmen Nervenzellen in der Fusssohle Vibrationen wahr und schicken diese Informationen über Nerven ans Gehirn. Bei der zweiten Art werden die Vibrationen über einen Fettkeil im Fuss des Elefanten über die Knochen an die Ohren weitergeleitet. Dem Fettpolster kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu, da dieses die Schallübertragung von Boden zu Fuss erleichtert.

Wenn man nun aber denkt, dass alle Elefanten miteinander kommunizieren können, dann gibt es dabei ein bei den Menschen sehr bekanntes Problem. Denn auch bei den Elefanten gibt es verschiedene Dialekte oder Sprachen. Wenn nun ein Elefant auf seinen Dialekt eine Warnung losschickt, dann wird sein Artgenosse aus einem anderen Gebiet nicht darauf reagieren, weil er die Mitteilung einfach nicht versteht.

 

 

Büchertip:

O’Connell-Rodwell Caitlin, The Elephant’s Secret Sense: The Hidden Life of the wild Herds of Africa, 2008.

Schaal, Steffen et al, Der Mensch in Zahlen. Eine Datensammlung in Tabellen mit über 20000 Einzelwerten, 2015.

 

Das könnte Dich auch interessieren …

2 Antworten

  1. _witch_666_satan_ sagt:

    Bei dieser Dame wurde der HALBE NAME VERGESSEN UND FALSCH GESCHRIEBEN!!!! Es heißt O’Connell-Rodwell !!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.