Warum ist der Gepard schnell und der T-Rex langsam?

Der Gepard (Acinonyx jobatus) hält den Geschwindigkeitsrekord der Landtiere mit einer Höchstleistung um 100 km/h. Doch weshalb ist der Elefant  nicht schneller, obwohl er mehr Muskeln besitzt und längere Beine hat? Und wieso rannte der Velociraptor dem T-Rex um die Ohren?

Rekorde im Tierreich faszinieren die Menschen. Schon Kinder wissen, dass der Gepard das schnellste Tier auf dem Land ist. Er beschleunigt schneller als jeder Sportwagen und würde Usain Bolt locker hinter sich lassen. In der Luft erreicht der Wanderfalke (Falco peregrinus) im Sturzflug die höchste Geschwindigkeit. Mit einem unglaublichen Tempo von 322 km/h oder mehr (einige sprechen von über 390 km/h) rast er auf die Erde zu. Es scheint als hätten die mittelgrossen Tiere bei der Geschwindigkeit einen Vorteil, denn auch im Wasser ist nicht der Blauwal (Balaenoptera musculus) am Schnellsten, sondern der Fächerfisch (Istiophorus platypterus).

Für die Forschung war diese Tatsache lange ein Rätsel. Denn theoretisch haben grössere Tiere mehr Muskelmasse, die sie auf Topspeed bringen können. Myriam Hirt vom Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung nahm sich der Frage an und begann die Muskeln der Tiere zu untersuchen.

Grössere Tiere werden schneller müde

Die Forscher konzentrierten sich vor allem auf die schnellen Muskelfasern, welche bei einem Sprint benutzt werden. Sie konnten feststellen, dass diese Fasern zwar sehr schnell machen, aber auch sehr viel Energie brauchen. Während einer Höchstleistung verbrauchen sie sogar mehr Energie, als auf die Schnelle ersetzt werden kann. Je schwerer ein Tier ist, desto länger braucht es, um seine Höchstgeschwindigkeit zu erreichen. Und da den Tieren mit der Zeit die Energie ausgeht, werden sie müde und langsamer. Wenn ein Elefant also unendlich viel Energie zur Verfügung hätte, dann könnte er aufgrund seiner Muskeln viel schneller rennen. Vielleicht sogar schneller als ein Gepard.

Hirt entwickelte daraus ein Modell, bei welchem man anhand der Körpermasse die Höchstgeschwindigkeit für jedes Tier berechnen konnte. Die Resultate zeigten, dass mittelgrosse Tiere genügend Kraft und Muskelmasse für eine hohe Geschwindigkeit haben. Aber eben nicht so viel, dass ihre Energie zu schnell verbraucht würde.

Das Modell lieferte so präzise Daten zu lebenden Tieren, dass man es auch auf bereits ausgestorbene Tiere anwandte. Dadurch konnte man berechnen, dass der Velociraptor wohl doppelt so schnell rennen konnte wie ein Tyrannosaurus.

 

Der Gepard bringt natürlich noch einige andere Dinge mit, die ihn schnell machen. Sehr schön zusammengefasst im folgenden Video. Dass es aus einer Kindersendung stammt, stört hier überhaupt nicht:

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.