Wie der Fuchs uns vor Borreliose schützen kann

Ein Rotfuchs leckt sich die Schnauze

Der in Europa heimische Rotfuchs (Vulpes vulpes)

In Deutschland und der Schweiz werden jedes Jahr über eine halbe Million Füchse geschossen. In Zukunft lassen wir sie lieber am Leben, denn sie bekämpfen die Borreliose.

Die Zecken vermehren sich rasant in Mitteleuropa und freuen sich über den Klimawandel. So fühlen sie sich vermehrt auch in höheren Lagen wohl und lauern im Gebüsch oder auf Gräsern auf ihre Opfer. In den meisten Fällen sind dies Mäuse und andere Kleinsäugetiere. Kommt ein Opfer vorbei, dann beisst sich die Zecke fest und lässt erst wieder los, wenn sie sich vollgesogen hat. Eine Zecke braucht in ihrem Leben nur drei Blutmahlzeiten und schon kann sie sich als ausgewachsenes Tier fortpflanzen und mit einer Eiablage 3000 neuen Blutsaugern das Leben schenken.

Dabei sind nicht die Zecken selbst die Träger der Borreliose-Krankheit, sondern die Mäuse. Erst wenn eine Zecke eine infizierte Maus gebissen hat, wird sie für den Menschen zur Gefahr. Deshalb ist die Rechnung ziemlich einfach. Wo die Zecken weniger Mäuse finden, sinkt die Borreliose-Gefahr für den Menschen.

Zecke (Bild von Jerzy Gorecki)

Hier kommt der Fuchs ins Spiel. Pro Jahr frisst er etwa 3000 Mäuse. Bei einer halben Million geschossener Füchse macht das an die 1,5 Milliarden ungefressener Mäuse. Die Mäusefreunde müssen sich laut einer Studie von Tim Hofmeester jedoch keine Sorgen machen. Denn insgesamt scheint es nicht weniger Mäuse zu geben. Sie werden vor allem vorsichtiger und gehen nicht mehr so oft aus dem Bau.

 

Wenn nun weniger Mäuse umherrennen, dann weichen die Zecken auf andere Kleintiere ohne Krankheitserreger aus. Oder sie verpassen ihre erste Mahlzeit und gehen ein. Hofmeester konnte nachweisen, dass in Gebieten mit vielen Raubtieren etwa fünf- bis zehnmal weniger Zecken auf Mäusen zu finden waren. Und von allen ausgewachsenen Zecken waren in diesen Gebieten sechsmal weniger mit Lyme-Borreliose infiziert. Wir sollten uns also gut überlegen, ob die Jagd auf den Fuchs noch zeitgemäss ist.

In einem Artikel der New York Times gab Hofmeester zu Protokoll, dass er während seiner Arbeit über 100 Zecken aus seinem Körper ziehen musste. Obwohl er die Socken über die Hosen zog und sich mit Insektenspray einnebelte.

Wie sie eine Zecke richtig entfernen, erfahren sie auf www.zecken.de

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