Wieso klebt die Beute an der Chamäleon-Zunge?

Pantherchamäleon auf einem Ast

Bild eines Pantherchamäleons von Frank Winkler / Pixabay

Chamäleons (Chamaeleonidae) können sehr grosse Beutetiere mit ihrer Zunge abschiessen und in ihren Mund befördern. Dazu braucht das Chamäleon eine ganz spezielle Spucke.

Um hinter das Geheimnis zu kommen, hat sich eine Gruppe an der Universität von Mons in Belgien zusammengefunden. Die Wissenschafter um Fabian Brau haben dazu einiges an Chamäleon- und Menschenspeichel gesammelt. Diesen haben sie auf eine glatte Fläche aufgetragen. Um die Zähigkeit des Speichels zu testen, liessen sie kleine Kugeln über die Fläche rollen. Anhand der Schnelligkeit der Kugeln konnten sie feststellen, wie klebrig die Chamäleon-Spucke ist.

Ihre Resultate sind verblüffend. Sie konnten aufzeigen, dass der Speichel vom Chamäleon etwa 400 mal so zäh ist, wie jener eines Menschen. Wenn die Zunge auf die Beute trifft, klebt das Opfer sofort fest und hat kaum eine Chance zu entkommen.

Wie gross darf die Beute sein, damit sie kleben bleibt?

Von der Entdeckung begeistert, wollten die Wissenschafter herausfinden, wie gross das Beutetier denn sein darf. Ab einem gewissen Punkt könnte die Beute zu schwer sein und beim Zurückziehen der Zunge verlorengehen. Natürlich ging es bei dieser Frage nicht darum, ob ein Chamäleon zum Beispiel einen Hasen abschiessen könnte. Die Gruppe wollte wissen, wie gross das Beutetier im Vergleich zur Körpergrösse sein darf, damit der Zungenschuss noch funktioniert.

Nach vielen Versuchen im Labor und Beobachtungen an lebenden Chamäleons konnten sie beweisen, dass der Speichel nicht der limitierende Faktor ist. Das bedeutet, dass die Chamäleon-Spucke so zäh ist, dass sie alles abschiessen können, was noch in ihren Mund passt.

 

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